Die EPIGENERATION rückt näher

Wir betrachten Kinder als hochsensible Wesen, die vor allem Anderen körperlicher und emotionaler Sicherheit bedürfen. In einem fürsorglichen, liebevollen und behüteten Umfeld können Kinder ihr volles Potential entfalten. Neugier, Kreativität und Freude am Lernen sind Qualitäten, die jedes Kind bereits besitzt, solange man ihnen genügend Raum gibt, um diese natürlich innewohnenden Eigenschaften auch weiterzuentwickeln. Leider mangelt es unserer Gesellschaft an Orten, wo Kinder dies erleben können.

Üblicherweise werden Kinder oft schon früh von ihren Eltern getrennt, wodurch es für sie schwierig ist, sich emotional und körperlich sicher zu fühlen. Die meisten Institutionen, die in westlichen Industrieländern für die Kinderbetreuung zuständig sind, versuchen Kinder schon möglichst früh auf die Rolle hin zu erziehen, die sie zukünftig in der wirtschaftlich geprägten Gesellschaft einnehmen sollen, und ignorieren dabei völlig ihr natürliches Bedürfnis nach Bewegung und Spiel und den Drang, die Welt zu entdecken.

“Es ist eigentlich wie ein Wunder, dass der moderne Lehrbetrieb die heilige Natur des Forschens noch nicht ganz erdrosselt hat; denn dieses delikate Pflänzchen bedarf neben Anregung hauptsächlich der Freiheit; ohne diese geht es unweigerlich zugrunde. Es ist ein großer Irrtum, zu glauben, dass Freude am Schauen und Suchen durch Zwang und Pflichtgefühl gefördert werden könne.”(1)

EPIGENERATION steht für die Erkenntnis, dass die nächste Generation in einer Welt aufwachsen wird, die nicht nur annimmt sondern wissenschaftlich begriffen hat, dass menschliches Verhalten nicht vorherbestimmt ist.

“Es sieht so aus, als könnten frühkindliche Eindrücke und unterschiedliche Formen der Kindeserziehung die Expression der genetischen Anlagen (gene expression) beeinflussen, verschiedene Gene tatsächlich an- oder ausschalten und somit den weiteren Verlauf deiner Entwicklung verändern, um dich besser auf die Welt vorzubereiten, mit der du es zu tun hast.” (2)

Wir leben in einer Welt, in der Staaten und die meisten Institutionen von der Annahme ausgehen, das Verhalten einer Person sei unveränderlich. Das ist eine grundsätzlich deterministische Lebenssicht, die auf Biologie und Genetik basiert, also Dingen, die unausweichlich sind und es pure Zeitverschwendung wäre, würde man versuchen, sie zu verbessern. Das ist blanker Unsinn. (3)

Es gibt zum Beispiel nur wenige Krankheiten, die tatsächlich genetisch vorherbestimmt also prädeterminiert sind, und sie betreffen nur einen sehr kleinen Teil der Menschen. Bei den meisten komplexen Krankheiten gibt es zwar durchaus eine genetische Disposition, was aber keinesfalls einer Determination gleichkommt. Tatsächlich ist es sogar umgekehrt: Die Umwelt beeinflusst die Genexpression. Dies ist ein epigenetischer Effekt (altgr. epi bedeutet ‚dazu‘).

In einer Welt, in der der psychosoziale Stress immer größer wird, was oft auf eine zunehmend ungewisse Zukunft zurückgeführt wird, und in der die Emotionsökonomie weiter an Symptomunterdrückungslösungen arbeitet, müssen wir uns bemühen, Kindern dabei zu helfen, die Auswirkungen von mehrfach zusammenwirkenden Krisen zu bewältigen.

“Die Welt mag verrückt sein, aber es ist auch eine einmalige Chance. Wir haben das Potential, so gut wie jeden Aspekt des modernen Lebens komplett zu überdenken und neu zu gestalten. Es hängt allein von unserer eigenen Phantasie und Kreativität ab, welchem Paradigma wir uns in der nächsten Generation zuwenden werden.” (4)

EPIGENERATION bemüht sich, unsere ursprüngliche Stammesnatur, mit der uns umgebenden technisierten Gesellschaft in eine neue gesunde Balance zu bringen..

Unsere Arbeit finanziert sich über Spenden, Mitgliedsbeiträge, Crowdfunding-Einnahmen und Eintrittsgelder. Sponsoring wird nur in Form von bargeldloser Unterstützung und unter bestimmten Umständen angenommen, z.B. die Bereitstellung von Ausrüstung für Workshops. Ansonsten sind die Plattformen von EPIGENERATION komplett werbefrei.

Mit dieser Non-Profit-Organisation wollen wir Eltern (und andere nahestehende Erwachsene) und Kinder näher zusammenführen und ihnen eine Plattform zur Verfügung stellen, auf der sie sich untereinander und miteinander, kulturell und kreativ beschäftigen können. Wir wollen vor allem eine Gemeinschaft schaffen, der die Werte von Freiheit und Empathie zugrunde liegen.

(1) Albert Einstein: Philosopher-Scientist, 1951
(2) Prof. Richard Wilkinson, University of Nottingham – Moving Forward (documentary film 2011)
(3)   Prof. Robert Maurice Sapolsky, Stanford University – Moving Forward (documentary film 2011)
(4) Tim Hjersted (Films For Action)

Epigenetic & Humain Nature

Kommentar verfassen